GOTTES WORT ... durch Bertha Dudde. Für die gegenwärtige Zeit sind aus christlicher Sicht die Offenbarungen durch Bertha Dudde hochaktuell. Zeitgeist und Weltgeschehen bestätigen fast täglich die Erfüllung dieser Prophezeiungen. http://www.bertha-dudde.info/index.php - Jakob LORBER - Schreibknecht Gottes > http://jakob-lorber.cc/index.php?s=&l=de&b=
Erste Szene
Das große Erwachen
Hanon, Pelon, Avith und Azuriel
Hanon.
Mein Erwachen ist furchtbar oder ein Traum? Welch eine ernste Stille; schweigende Dämmerung in dieser endlosen Weite! Dort über dem fernen Gebirge ein sanftes Licht, gleich dem Erstlinge des Maimorgens. Gott, welch eine feierliche Ruhe! Nirgends Leben und Odem, kein Regen, kein Bewegen! Alles däucht mir bloß Schatten zu sein; ich walle einher wie auf einem Wolkenboden, unter mir keine Erde mehr, über mir kein Gestirn, kein sanfter Mondstrahl!
Ich allein in dieser schauerlichen Wüste! Wie ist mir? Ich schwebe leicht weg, wie Nebel auf dem Fittich des Windes, sanft schweb' ich hin, erhebe mich, sinke, nach dem leisesten Winke meines Willens. - Mein träger Körper ist nicht mehr! - Ist das Träumen, so hab' ich noch nie in so hohem, deutlichem Bewußtsein geträumt! Allmächtiger Gott! Nein, ich träume nicht - es ist mein Erwachen zum ewigen Leben.
Sie standen um mein Bette, die Geliebten, und weinten. Ach, jetzt erinnere ich mich meines ganzen Lebens. Das war also das hochgepriesene Erdenleben, das große Menschenglück! Wo sind sie nun hingeschwunden, die holden Tage des Genusses, die frohen Stunden im Schoße der Freude und Wohllebens. Meine durchlebten sechzig Jahre sind nur ein Schattenspiel; alles ist hin, alles verschwunden, und nun stehe ich da im unendlichen Leeren, auf dem großen entscheidenden Punkte meines Daseins; was wird nun aus meinen zurückgelassenen Geliebten, nur zärtliche Rückerinnerung; auch sie werden den Traum bald ausgeträumt haben!
Ich überschaue mein Leben, ich sehe eine ungeheure Menge Mängel und Gebrechen; dagegen ist des vollbrachten Guten sehr wenig, und doch wohnt in meinem Innern tiefer Friede, Friede der Wehmut. Vater der Geister, vollende meine Geliebten, und erbarme dich mein! - Du wirst ja doch hier ebenso allgegenwärtig sein, als in dem bunten, rauschenden Gebäude, das ich verlassen habe! - Wie einsam! - Ich muß Wesen suchen, denen ich mich mitteilen kann; vielleicht finde ich sie dort in der Gegend des ewigen Morgens! Ha, wie erquickend ist's hier! Stärkende Kühlung, Maienluft säuselt aus diesem ewigen Osten; welch' ein sanftes Licht! - Gott, ich werde verklärt!
Quelle:
Jung Stilling - Szenen aus dem Geisterreich
http://www.scribd.com/doc/9692725/Jung-StillingSzenen-Aus-Dem-Geisterreich#source:facebook