Overblog Alle Blogs Top-Blogs People
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

GOTTES WORT ... durch Bertha Dudde. Für die gegenwärtige Zeit sind aus christlicher Sicht die Offenbarungen durch Bertha Dudde hochaktuell. Zeitgeist und Weltgeschehen bestätigen fast täglich die Erfüllung dieser Prophezeiungen. http://www.bertha-dudde.info/index.php - Jakob LORBER - Schreibknecht Gottes > http://jakob-lorber.cc/index.php?s=&l=de&b=

Werbung

Geistige Uebungen die zu Gott fuehren.

 

 

GEISTIGE ÜBUNGEN DIE ZU GOTT FÜHREN


Zur Hingabe unser selbst

und zu den Übungen einer Gott ganz hingegebenen Seele.


1. Sich Entsagen Und Gott Hingeben, Nichts Vorbehalten


 
Es handelt sich da um zwei Tugenden, von denen die eine das Ziel der

anderen ist: Sich entsagen und sich Gott hingeben. Seine Seele Gott

hingeben und sich selbst verlassen heißt nichts anderes, als den eigenen

Willen hingeben und aufgeben, um ihn Gott zu schenken. Wie gesagt,

würden uns ja Entsagungen und Selbstaufgabe wenig nützen, geschähe

es nicht, um mit der göttlichen Majestät völlig eins zu werden. Nur in

dieser Absicht dürfen wir diesen Verzicht vornehmen, sonst wäre er

umsonst getan, wie jener der alten Philosophen, die alles und sich selbst

aufgegeben haben, nur um sich der Philosophie hinzugeben. So z. B. der

berühmte Epiktet, der seinem Stand nach ein Sklave war; man wollte

ihm um seiner großen Weisheit willen die Freiheit schenken, er aber

wollte sie nicht, er leistete den höchsten Verzicht und blieb freiwillig

Sklave und dies noch dazu in so großer Armut, daß man nach seinem

Tod nur eine Lampe bei ihm fand, die als einziges Stück aus der

Hinterlassenschaft eines so großen Mannes um teures Geld verkauft

wurde. Wir aber wollen uns selbst und alles hingeben, nur um uns Gott

zu überlassen und uns seiner Güte anheimzustellen.

Viele sagen zum Herrn: Ich überlasse mich Dir und behalte mir nichts

vor; wenige aber tun das auch wirklich. Eine solche Hingabe wird

nämlich nur dann wahrhaft durchgeführt, wenn wir ganz gleichmütig

ohne Unterschied alles hinnehmen, was immer uns auch die göttliche

Vorsehung schicken mag: Glück oder Leid, Gesundheit oder Krankheit,

Reichtum oder Armut, Achtung oder Verachtung, Ehre oder Schmach.

Das ist aber nur vom höheren Teil der Seele zu verstehen; denn der

niedere Teil der Seele und die natürliche Neigung werden sich

zweifellos stets mehr von der Ehre als von der Verachtung, mehr vom

Reichtum als von der Armut angezogen fühlen, obwohl jedermann weiß,

daß Verachtung, Niedrigkeit und Armut Gott wohlgefälliger sind als

Hochschätzung und Überfluß.

 


2. Gottes Ausgesprochener Wille


Um diese Hingabe zu betätigen, müssen wir dem ausgesprochenen

Willen Gottes und dem Willen seines Wohlgefallens folgen.Dem ersten

unterwerfen wir uns, dem zweiten gegenüber sei unsere Haltung

gleichmütige Gelassenheit. Gottes Willen ist ausgesprochen in seinen

Räten und Eingebungen, in unseren Regeln und in den Anordnungen

unserer Vorgesetzten. Der Wille seines göttlichen Wohlgefallens zeigt

sich in Dingen und Geschehnissen, die wir richtig voraussehen können.

So weiß ich zum Beispiel nicht, ob ich morgen sterbe oder nicht; werde

ich aber sterbenskrank, dann ersehe ich daraus, daß es Gott so

wohlgefällt; ich überlasse mich also seinem Wohlgefallen und sterbe

gern. Ebensowenig weiß ich, ob in diesem Jahr die Ernte verhagelt wird

oder nicht; sollte dies aber geschehen, so ist es Gottes Wohlgefallen.

Noch einige Beispiele, die uns vertrauter sind und unserem Stand mehr

entsprechen. Es kann vorkommen, daß ich an meinen geistlichen

Übungen gar keine Freude habe; sicher ist das der Wille Gottes, ich

werde mich also zwischen Freude und Trostlosigkeit in völligem

Gleichmut halten. Man gibt einer Schwester einen Habit, der ihr nicht so

gut paßt wie der, den sie gewöhnlich trägt. Die Kleidermeisterin hat es

mit ihr gut gemeint, es ist also der Wille Gottes, daß sie dieses Kleid

trägt, und sie muß es mit Gleichmut annehmen. Man reicht dir im

Refektorium eine Speise, die nicht so gut schmeckt; es ist dies sicher

Gottes Zulassung; du mußt also gleichmütig davon essen, ich meine,

dem Willen nach. – Das gleiche gilt von der Herzlichkeit und den

Freundschaftsbezeigungen: erweist sie dir jemand nicht, so denke, daß

Gott dies so zuläßt und daß die Betreffende etwas Besseres zu tun hat.

Warum soll sie auch daran denken, mit dir besonders lieb zu sein? Ist sie

aber freundlich mit dir, so sieh auch darin Gottes Wohlgefallen und

danke ihm für diese kleine Freude, die er dir bereitet.


3. Dem Einen Wie Dem Anderen Nachkommen


Es gibt Fälle, in denen wir dem ausgesprochenen Willen Gottes und

zugleich auch dem göttlichen Wohlgefallen nachkommen müssen: Wenn

ich jetzt z. B. einen heftigen Fieberanfall bekäme, müßte ich daraus

entnehmen, daß Gott Wohlgefallen daran hätte, mich in Krankheit

ebenso gelassen zu finden wie in Gesundheit. Zugleich aber ist es sein

ausgesprochener Wille, daß ich einen Arzt rufe und alle erforderlichen

Heilmittel, die ich nur anwenden kann, auch anwende (ich meine nicht

die teuersten, sondern die gewöhnlichen und gebräuchlichsten). Gott

gibt uns ja seinen Willen kund durch die den Arzneimitteln

innewohnende Heilkraft, auf die uns die Heilige Schrift an mehreren

Stellen hinweist, und die Kirche legt uns die Pflicht auf, davon Gebrauch

zu machen.

Tun wir das, dann warten wir in heiligem Gleichmut ab, ob die

Krankheit das Heilmittel überwindet oder das Heilmittel die Krankheit.

Wollte uns der Herr Gesundheit und Krankheit zur Wahl vorlegen und

sagen: „Wählst du die Gesundheit, werde ich dir auch nicht ein Fünklein

meiner Gnade entziehen, wählst du die Krankheit, werde ich dir keinen

Funken hinzugeben, mehr Freude aber machst du mir, wenn du die

Krankheit wählst“ – wollte er so sagen, so würde eine ganz in die Hand

Gottes hingegebene Seele ohne Zaudern die Krankheit wählen, und zwar

nur deshalb, weil etwas mehr vom göttlichen Wohlgefallen in ihr ist. Ja,

müßte sie ihr ganzes Leben auf dem Krankenlager verbringen und

könnte sie nichts anderes mehr tun als leiden, so würde sie um nichts in

der Welt sich etwas anderes wünschen. Die Heiligen im Himmel sind so

völlig eins geworden mit dem Willen Gottes, daß sie lieber den Himmel

verlieren und in die Hölle hinabsteigen würden, wenn dies Gott auch

nur ein wenig wohlgefälliger wäre.


4. Verhalten Bei Abneigungen.


Diese Selbstentäußerung umfaßt auch die Hingabe an Gottes

Wohlgefallen in jeder Versuchung, in jeder Trockenheit, bei jeder

Abneigung, bei jedem Widerwillen, in all dem Widerwärtigen, das im

geistlichen Leben vorkommen kann. Die Seele sieht nichts anderes mehr

als dieses göttliche Wohlgefallen, wenn ihr dergleichen ohne eigene

Schuld, ohne Sünde zustößt.

Wenn wir den Abneigungen nicht nachgeben, sind sie für uns ein

Leiden, das wir tragen müssen wie jedes andere. Sobald sie in uns

aufsteigen, müssen wir aber nach ihrer Quelle suchen, denn oft

entspringen 2. Hingabe 45 sie unserer Unvollkommenheit. Das Übel ist

leichter zu heilen, wenn man es kennt; hat man es also erkannt, dann gilt

es, die Leidenschaft, die ihre Quelle ist, einzudämmen.

Empfinden wir gegen jemand eine Abneigung, so müssen wir vor allem

darauf sehen, dieser Person gegenüber nicht weniger, sondern mehr

Akte der Nächstenliebe zu setzen, ihr Gefälligkeiten zu erweisen, sie ins

Gespräch zu ziehen, mit ihr freundlich zu sein, – also nicht nur keine

Abneigung fühlen lassen, sondern ihr noch mehr entgegenkommen als

sonst. So erweisen wir uns treu und gehorsam gegen Gott und seinen

ausgesprochenen Willen. Was könnte dich auch hindern, dieser

Schwester zu versichern, daß sie dir lieb ist wie dein eigenes Leben, daß

du darunter leidest, gegen sie eine Abneigung zu fühlen? So etwas darf

man aber nur einer Profeßschwester sagen; denn einer Novizin wäre ein

solcher Gedanke vielleicht unerträglich. Bei einer Profeßschwester

dagegen wäre es sehr bedauerlich, wenn sie ihrer Mitschwester bei dem

Eingeständnis ihres Kummers und ihrer Abneigung nicht herzlich und

verständnisvoll entgegenkäme, da jene doch so vertrauensvoll zu ihr

kommt, keine Schuld an der Abneigung trägt und davon befreit sein

möchte, wenn es Gott so gefiele. – Hat man diese Mittel angewandt, so

möge man sich nicht mehr darüber ängstigen; man trage willig sein Leid,

ohne Verlangen, davon befreit zu werden, und ergebe sich in Gottes

heiligen Willen, der uns diese Prüfung zugedacht hat.

Es kommt auch zuweilen vor, daß man nicht gegen die Personen

Abneigung empfindet, sondern gegen ihr Tun. Solche Abneigungen sind

nicht die schlimmsten, immerhin sind sie eine Unvollkommenheit; denn

wenn jemand etwas tut, was nicht recht ist, so muß man mit ihm Mitleid

haben, nicht Abneigung gegen ihn. Wer z. B. viel auf Reinlichkeit hält,

fühlt sich von einer unreinlichen Person abgestoßen, und wird ihr wegen

ihrer Unsauberkeit schwerere Vorwürfe machen als wegen einer

schweren Sünde. Ein solches Vorgehen ist gewiß nicht in Ordnung.Fühlt

man sich gleichmäßig von allem abgestoßen, was Gott beleidigt, dann ist

wohl der echte Eifer die Quelle dieser Abneigung; es wäre aber trotzdem

gefährlich, die Abneigung gegen die Sache auf die Person zu übertragen.

Das zerstört zwar die Liebe nicht, nimmt ihr jedoch die herzerquickende

Anmut.

Ich will damit nicht sagen, daß wir bei einer starken Abneigung mit der

gleichen Freudigkeit reden können wie bei einer herzlichen

Freundschaft. In solchen Fällen vermag man wohl zu reden und alles zu

tun wie sonst, aber es liegt nicht in unserer Macht, dabei eine ebenso

freundliche Miene zu zeigen, als hätten wir keine Schwierigkeiten.

Ähnlich ergeht es ja auch schwermütigen Menschen. Sie können wohl

singen, spazieren gehen, in der Erholungszeit mitreden, aber es fehlt

ihnen dabei das Liebenswürdige und das freundliche Wesen heiterer

Menschen. Es wäre auch gar nicht angebracht, dies von den einen wie

von den anderen zu verlangen.

Wenn sich unsere Abneigungen nur darin äußern, daß man in

Gesprächen mit dem Gegenstand der Abneigung nicht ganz so fröhlich

ist oder ihm nicht so frei in die Augen schauen kann, so ist dies nicht so

schwer zu nehmen. Man hat dann wohl Grund, sich darüber zu

demütigen und sich für gering zu achten, aber man braucht es nicht zu

beichten. Ebensowenig ist es Sünde, wenn ich gezwungen bin, den

Gegenstand meiner Abneigung auf einen Fehler aufmerksam zu

machen, und dabei etwas ungeduldig werde trotz meines Vorhabens, es

mit Liebe zu tun; es wird wohl fast jedem so gehen. Ein schlichter Akt

der Demut vor Gott genügt dann, um diesen Fehler wieder

gutzumachen. Hält aber die Abneigung an und lassen wir uns vor ihr

zu entsprechenden Handlungen und Worten hinreißen, dann ist dies

bestimmt als schlecht zu bezeichnen: denn wenn das Herz den Weg zum

Mund gefunden (Mt 12,34; 15,11 und 18-20), so ist dies ein Zeichen, daß

der Wille schuldig ist, daß er die erste Regung nicht unterdrückt hat.


5. Innerliche Haltung Einer Gott Hingegebenen Seele.


Jetzt möchtet ihr noch gerne wissen, womit sich die ganz in Gottes Hand

hingegebene Seele innerlich beschäftigen soll? Sie tut nur das eine:

sie weilt bei ihrem Herrn, sie kümmert sich um nichts mehr, weder um

Leib noch Seele. Ihre Barke segelt unter dem Schutz der göttlichen

Vorsehung; warum dann sich sorgen, was aus ihr wird? Der Herr, dem

sie sich ganz anheimgegeben, sorgt ja hinlänglich für sie. Damit will ich

jedoch nicht sagen, daß wir uns nicht um die Dinge kümmern sollen, die

uns obliegen. Hat z. B. eine Schwester den Garten zu besorgen, so darf

sie nicht sagen: „Ich brauche mich nicht darum zu kümmern, der Herr

wird es schon recht machen!“ Es geht auch nicht an, daß die Oberin oder

die Novizenmeisterin unter dem Vorwand, sie hätten sich ganz Gott

hingegeben und alles seiner Sorge anheimgestellt, es unterlassen, die

Anweisungen zu lesen, die sie für die Durchführung ihrer Ämter

benötigen.


6. Vertrauen Der Gott Hingegebenen Seele.


Ihr habt mir soeben gesagt, es gehöre großes Vertrauen dazu, sich so

ganz restlos der göttlichen Vorsehung zu überlassen. Das ist wohl wahr.

Wenn wir aber auf alles verzichten, dann sorgt der Herr für alles und

lenkt alles. Wenn wir uns hingegen etwas vorbehalten, weil wir es ihm

nicht anvertrauen wollen, so läßt er es uns, wie wenn er sagen wollte:

Wenn du dich für so klug hältst, dies ohne mich tun zu können, dann

mach es nur allein, du siehst dann schon, wie weit du damit kommst.

Die Gott geweihten Seelen im Ordensstande müssen restlos auf alles

verzichten. Die hl. Magdalena, die sich dem Willen des Herrn ganz

anheimgegeben hatte, saß zu seinen Füßen und lauschte seinen Worten

(Lk 10,31). Hörte der Meister zu reden auf, so hörte sie auf zuzuhorchen,

rührte sich aber nicht und blieb bei ihm. So hat auch die ganz Gott

hingegebene Seele nichts anderes zu tun, als in Gottes Umarmung zu

ruhen, wie ein Kind im Schoß der Mutter. Stellt sie es auf den Boden,

damit es laufe, so läuft es, bis die Mutter es wieder auf den Arm nimmt.

Und will die Mutter das Kind tragen, so läßt es auch dies geschehen. Es

weiß nicht, wohin es geht, und denkt auch nicht daran, es läßt sich

einfach tragen, wohin die Mutter will. Die Seele, die in allem Gottes

Wohlgefallen liebt, macht es auch so, sie läßt sich tragen, schreitet aber

zugleich auch voran, da sie mit großer Sorgfalt das ausführt, was Gottes

ausgesprochener Wille von ihr verlangt.


7. Kann Der Wille Ganz Absterben?


Ihr fragt jetzt, ob es denn möglich ist, daß unser Wille so ganz in Gott

erstirbt, daß wir dann gar nicht mehr wissen, was wir wollen oder nicht

wollen.

Antwort: Wir mögen noch so sehr an Gott hingegeben sein, unsere

Selbständigkeit und unser freier Wille verbleiben uns doch immer noch

und immer wieder wird ein Wunsch, ein Begehren in uns aufsteigen,

Aber dann ist das kein unbedingter Wille, kein fester Wunsch, denn

sobald eine ganz dem Wohlgefallen Gottes hingegebene Seele Wünsche

und Verlangen wahrnimmt, läßt sie dieselben im Willen Gottes

ersterben.


8. Das Gebet Der Ruhe In Einer Vollkommenen Seele.


„Ihr möchtet auch wissen, ob eine noch sehr unvollkommene Seele

während der Betrachtung ihre Zeit nützlich verbringt, wenn sie ganz

einfach auf die göttliche Gegenwart hinmerkt.

Antwort: Die Seele darf ruhig in diesem Zustand verbleiben, wenn Gott

sie in denselben versetzt; denn es geschieht nicht selten, daß der Herr

auch Seelen, die noch nicht ganz geläutert sind, diese Ruhe und Stille

schenkt. Während sie aber noch der Reinigung bedürfen, müssen sie

dafür außerhalb der Betrachtungszeiten die zu ihrer Besserung nötigen

Erwägungen und Überlegungen machen. Denn wenn Gott sie auch noch

so sehr gesammelt hält, so bleibt ihnen dennoch genug Freiheit, mit dem

Verstand über verschiedene gleichgültige Dinge nachzudenken. Warum

also sollten sie nicht die Übung der Tugenden überdenken und ihre

Vorsätze fassen können? Es gibt sehr vollkommene Menschen, denen

Gott niemals solche Wonne und Ruhezustände schenkt; sie tun alles nur

mit dem höheren Teil ihrer Seele und mit Gewalt; nur mit der höchsten

Spitze ihrer Vernunft lassen sie ihren Willen im Willen Gottes ersterben.

Und dieses Sterben ist der Tod am Kreuz (Phil 2,8), der viel erhabener

und hochherziger ist als jener andere Tod, den man mehr ein Entschlafen

als ein Ersterben nennen kann. Die Seele, die das Schifflein der göttlichen

Vorsehung bestiegen, läßt sich ruhig auf den Wellen dahintragen, gleich

einem Menschen, der schlafend auf ruhiger See dahinfährt und trotzdem

vorwärts kommt. Dieses friedliche Sterben ist ein Gnadengeschenk, das

andere ist Verdienst.


9. Der Grund Unseres Vertrauen.


Und nun möchtet ihr noch wissen, auf welchem Grund sich unser

Vertrauen aufbauen soll. Es muß auf die unendliche Güte Gottes und auf

die Verdienste des Leidens und Sterbens Unseres Herrn Jesus Christus

gegründet sein, mit der Voraussetzung unsererseits, daß wir den festen,

unabänderlichen Entschluß in uns tragen, Gott ganz anzugehören und

uns in allem ohne jeden Vorbehalt seiner Vorsehung zu überlassen. Es

wäre unvernünftig, Gott zu sagen: „Ich vertraue auf Dich, will Dir aber

nicht ganz angehören.“ Beachtet aber wohl, ich sage nicht, man müsse

diesen Vorsatz fühlen, aber haben muß man ihn und wissen, daß man

ihn hat. Wir dürfen uns nicht darum kümmern, ob wir etwas fühlen oder

nicht, da die meisten unserer Gefühle und Befriedigungen nur

Auswüchse unserer Eigenliebe sind. Wir dürfen auch nicht meinen, daß

wir bei all dieser Hingabe und Gleichmütigkeit niemals einen Wunsch

haben werden, der dem göttlichen Willen entgegen ist, oder daß unsere

Natur niemals widerstreben wird. Dies wird immer wieder vorkommen,

denn für gewöhnlich versteht der niedere Teil der Seele nichts von den

Tugenden, die im höheren ihren Sitz haben. Man darf sich darum nicht

kümmern und nicht hinschauen, was er will, sondern muß trotz allem

den göttlichen Willen umfangen, um ganz eins mit ihm zu sein.

Nur wenige Menschen gelangen zu diesen Höhen vollkommenen Sich-

Verlassens; aber nach diesen Höhen verlangen, das müssen wir alle, ein

jeder nach seinen schwachen Kräften und Fähigkeiten.



FRANZ V. SALES


http://www.scribd.com/doc/22904641/GEISTIGE-UBUNGEN-DIE-ZU-GOTT-FUHREN

.


 

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post