GOTTES WORT ... durch Bertha Dudde. Für die gegenwärtige Zeit sind aus christlicher Sicht die Offenbarungen durch Bertha Dudde hochaktuell. Zeitgeist und Weltgeschehen bestätigen fast täglich die Erfüllung dieser Prophezeiungen. http://www.bertha-dudde.info/index.php - Jakob LORBER - Schreibknecht Gottes > http://jakob-lorber.cc/index.php?s=&l=de&b=
Feindesliebe
als der Vollendung der brüderlichen Liebe
Auch zur Feindesliebe als der Vollendung der brüderlichen Liebe spornt uns nichts so sehr an wie die Betrachtung der bewunderungswürdigen Geduld Christi: Er, schön von Gestalt vor allen Menschenkindern (Ps 44, 3), bot sein edles Antlitz den Gottlosen zum Bespeien dar, ließ seine Augen, deren Wink das All gehorcht, von der Binde der Ungerechten verhüllen, er setzte seinen Leib den Geißelhieben aus und bot sein Haupt, vor dem die Mächte und Gewalten erzittern, den schmerzhaften Dornen dar.
Er lieferte sich der Angst und der Schande aus, ertrug schließlich geduldig das Kreuz, die Nägel, die Lanze, die Galle und den Essig und blieb bei allem gütig, mild und ruhig. Er wurde wie ein Schaf zur Schlachtbank geführt, verstummte wie ein Lamm vor seinem Scherer und tat seinen Mund nicht auf (vgl. Jes 53, 7).
Betrachte, o menschlicher Stolz, o eitle Ungeduld, was er ertrug, wer es ertrug, weshalb er es ertrug und wie er es ertrug! Darübersollst du bitte nachdenken, nicht Abhandlungen schreiben!
Wessen Zorn würde bei diesem wunderbaren Anblick nicht sogleich verrauchen ? Wer könnte die wundersamen Worte voll Milde, voll Liebe, voll unerschütterlicher Ruhe: „Vater vergib ihnen" (Lk 23, 24) hören, ohne seine Feinde aus ganzem Herzen zu umarmen?
„Vater", sagt er, „vergib ihnen!" Was könnte diesem Gebet noch an Sanftmut und Liebe hinzugefügt werden? Jesus fügte trotzdem noch etwas hinzu: Es war ihm zu wenig zu bitten, er wollte auch entschuldigen. „Vater", sprach er, „vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" (Lk 23, 34).
Sie sind freilich groß im Sündigen, doch schwach im Erkennen, deshalb, Vater, vergib ihnen! Sie kreuzigen, wissen aber nicht, wen; denn hätten sie es erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt (1 Kor 2, 8 V). Deshalb, Vater, vergib ihnen.
Sie meinen, ich breche das Gesetz; sie meinen, ich maße mir die Gottheit an; sie meinen, ich verführe das Volk. Ich habe vor ihnen mein Antlitz verborgen, sie haben meine Hoheit nicht erkannt; deshalb, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
AELRED VON RIEVAULX
"SPIEGEL DER LIEBE"