Artikel teilen! Alkoholsucht - Briefe eines russischen Starzen an seine geistigen Kinder: Igumen Nikon Briefe eines russischen Starzen an seine ge ...
Igumen Nikon
Briefe eines russischen Starzen an seine geistigen Kinder
-- ALKOHOL --
Lieber ... ! Grüß
Dich!
Wie lebst Du? Sehr gerne möchte ich Dich sehen und mit Dir sprechen. Ich
höre, Du trinkst weiter viel und schadest Dir damit außerordentlich. Was
erwartet Dich auf diesem Weg? Ich schreibe es Dir gleich. Wenn Du nicht gegen
dieses übel ankämpfst, wirst Du in die volle Gewalt der Dämonen geraten. Sie
werden Dich dazu anstacheln, immer mehr zu trinken und Dein Nervensystem
zu zerrütten. So wirst Du erregbar und jähzornig werden: Anfänglich leichte
Auseinandersetzungen werden dann immer größer und langwieriger. Das Geld
wird Dir ausgehen, man wird Dich von der Arbeit wegjagen und Du wirst Deine
Habe verkaufen, um einen erniedrigenden Kredit bitten und, wer weiß, vielleicht
gar stehlen. Deine Wut wird sich zum dämonischen Haß steigern, der bis zur
Mordlust führen kann. Die Dämonen, die vorher im geheimen agiert haben,
werden Dir an jenem Punkt erscheinen, und zwar als Räuber, wilde Tiere,
Schlangen usw. Später können
sie auch in ihrer eigenen garstigen, abscheulichen
Gestalt erscheinen. Wenn Du Dich auch dann noch nicht besinnst, werden Sie
sich dazu anstacheln, irgendein schweres Verbrechen zu begehen, etwa eine
Brandstiftung oder einen Totschlag, um Dich schließlich ganz verzweifeln und
Selbstmord begehen zu lassen. Würde der Mensch mit dem Tode gänzlich
verschwinden, könnte man sich direkt freuen, daß die Qualen vorbei sind, aber
der Tod ist ja eben keine Vernichtung. Der Trinker und Selbstmörder gerät von
kleinen und zeitweiligen Leiden endgültig in die Macht der Dämonen und in
eine schreckliche Pein , die
kein Ende nimmt.
So wie die geistlichen Menschen, welche die Sünde bekämpfen und sie zu
besiegen sich anstrengen, nach und nach die Fähigkeit erlangen, zuerst die
geistliche Welt und später die Welt der Engel zu schauen, werden die Menschen,
die großen Lastern ergeben sind – besonders der Trunksucht und der Unzucht -
und nicht Buße tun , die Dämonen sehen und zu ihren Sklaven werden. Schon
das Aussehen eines geistlichen Menschen und eines in der Gewalt der Dämonen
Stehenden sagt klar aus, wohin
die beiden Wege führen.
"An ihren Früchten werdet ihr
sie erkennen", sagt der Herr (Mt 7, 16).
Mein lieber, teurer, guter,
gescheiter ... ! Halt ein, wohin treibst Du? Wenn es
für Dich auf Erden schwer ist , wie wird es erst nach dem Tode sein?
Leidenschaften , , tausendmal stärker als im irdischen Leben, werden Dich wie
ein Feuer verbrennen, und Du wirst nicht die geringste Möglichkeit haben, sie
zu löschen. Die Gewissensbisse
über das vergeudete Leben und die begangenen
Verbrechen werden wie ein Wurm ständig an Deinem Herzen nagen, und das
Bewußtsein, daß Du Dich selbst der ewigen Glückseligkeit in der Gesellschaft
der Heiligen und der Engel beraubt hast, wird Dich in alle Ewigkeit quälen.
Bringst Du es nicht fertig, das Trinken zu lassen, so sieh wenigstens ein, daß Du
etwas Schlechtes tust, dass Du Dich zugrunde richtest und die Dir
nahestehenden Menschen und Gott beleidigst. Sieh dies ein, falle wenigstens
einmal am Tag vor dem Herrn nieder und sage ihm: "Herr, ich gehe zugrunde,
rette mich, laß nicht zu, daß ich mich ganz ins Verderben stürze. Herr, erbarme
dich meiner, deines armen Sünders." Wenn Du diese Worte täglich aus vollem
Herzen sprichst, wird der Herr Dir alle Deine Sünden vergeben und Dich vor
dem Untergang retten. Als erster kam der Schächer am Kreuz ins Paradies; das
hat der Herr so eingerichtet, um uns Sünder unter die Arme zu greifen und uns
zu trösten. Dem wahrhaft Reumütigen vergibt der barmherzige Gott alles.
Kein Sünder darf also verzweifeln: Sag nicht, Du seist schon verloren - das ist
ein Gedanke des
Teufels.
"Im Himmel wird Freude sein
über einen Sünder, der Buße tut" (Lk 15,7).
Der Erlöser ist in die Welt gekommen, "um die Verlorenen zu suchen und zu
retten." Hab keine Angst vor den Dämonen. Wenn sie in irgendeiner Gestalt
auftauchen, rufe den Namen des Herrn Jesus Christus an, bekreuzige Dich und
sie, und sie werden wie Rauch zerstäuben. Bewaffne Dich nicht mit Messern
oder anderen Gegenständen - davor fürchten sie sich nicht -, sondern kämpfe mit
dem Namen
Gottes.
Ich habe im Gebet stets Deiner gedacht. Ich verspreche Dir, in jeder Liturgie für
Dich ein Teilchen aus dem Opferbrot herauszuschneiden und den Herrn zu
bitten, er möge Dich zur Vernunft bringen und Dir helfen, einen Ausweg aus
Deinem Unglück zu finden. Leiste auch Du gleichzeitig Widerstand, wenigstens
ein bißchen, und reiche den Dämonen nicht die Hand. Ich sag' es Dir noch
einmal: Bitte mindestens einmal am Tag den Herrn mit einer tiefen Verbeugung,
er möge Dich nicht dem Verderben preisgeben, sondern die ewigen Qualen
abwenden.
Habe doch Mitleid mit Dir und mit ... Du hast sie doch früher geliebt, und
vielleicht auch jetzt noch. Tut es Dir denn wirklich nicht leid, sie zu quälen?
Bitte sie um Verzeihung, wenn Du sie kränkst, auf daß der Herr auch Dir
verzeihe. Wenn Du selbst mit Deinen Nächsten in Unfrieden lebst, wie wirst Du
Dich mit Gott versöhnen können? Was immer Du auch tun magst: Verzweifle
nicht. Bete in einem klaren Augenblick zu Gott, und er wird Dir helfen und Dir
verzeihen. Besinne Dich! Komm zu uns, hier kannst Du beichten,
kommunizieren und geistliche
Bücher lesen ...
. . . Ich bin ein sündiger Mensch und bemitleide Dich aus ganzem Herzen. Der
Herr aber bemitleidet jeden Sünder tausendmal mehr und wartet nur auf dessen
Umkehr, um ihm alle Sünden und Abscheulichkeiten zu vergeben und ihn zu
erlösen. Wende Dich im Gebet zum Herrn, bereue Deine Sünden und meide
schlechte Menschen. Hör auf zu trinken, richte Dich nicht zugrunde. Wendest
Du Dich nicht in Reue und Demut zum Herrn, erwartet Dich noch hienieden
großes Leid und nach dem Tod Heulen und Zähneknirschen, der unersättliche
Wurm und das unauslöschliche Höllenfeuer; eine ewige, schaurige und
unvorstellbare Qual. So schwer es auch sei, alles Irdische nimmt ein Ende. Nach
dem Tod aber bricht die Ewigkeit an, die Ewigkeit in unsäglicher Glückseligkeit
oder in grauenhafter Qual. Die Entscheidung liegt in unseren Händen.
Der Herrwünscht allen Menschen das ewige Glück, aber er zwingt niemanden dazu.Wenn Du nicht mit ihm im Licht und in der Freude sein willst, kommst Du zumTeufel in die ewige Finsternis und Qual.
Alles, was ich Dir hier geschrieben
habe, ist die unzweifelhafte Wahrheit. Hab Mitleid mit Dir und sei barmherzig